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Sportler des Jahres 2025: So lief der Abend – und das sagen die Sieger

25. Mai. 2026, um 20.12 Uhr

Hier gehts zum Video von unserem ehemaligen Herren-Trainer Johannes Finck!


Bei der Ehrung der Sportler des Jahres gibt es zwar mehrere Gewinner. Aber irgendwie dürfen sich alle, die dabei sind, als Sieger fühlen. Einige Begriffe fallen sehr oft.


Dass Sportler, wenn sie zusammenkommen, irgendwie auch eine große Gemeinschaft sind, wurde wieder eindrucksvoll bei der Ehrung der Sportler des Jahres2025 durch den Donnersbergkreis und die RHEINPFALZ am Montagabend in der Stadthalle Kirchheimbolandendemonstriert. Herzliche Glückwünsche der übrigen Kandidaten an die Gewinner waren eine Selbstverständlichkeit, auch wenn sich der oder die eine oder andere vielleicht selbst ein besseres Abschneiden gewünscht hätte. Alle gönnten den Siegern ihren Erfolg – Fairness unter Sportlern eben.


Überhaupt: Begriffe wie Respekt, Disziplin, Teamgeist und vor allem Gemeinschaft zogen sich wie ein Roter Faden durch die fast dreistündige Ehrungsveranstaltung, die von RHEINPFALZ-Sportchef Wolfgang Pfeiffer moderiert wurde, der sich mit Landrat Rainer Guth auch wieder das eine oder andere humorvolle Rededuell lieferte – sehr zum Vergnügen der zahlreichen Besucher. Aber auch ein ernstes Thema wurde angesprochen: die Absagen des Donnersbergtrails und des Wandermarathons wegen der Auflagen des Forstamts. Hier hatte Guth eine klare Meinung: „Privat darf man in den Wald, beim Sport ist es verboten – da muss man eine rechtliche Absprache finden, dass solche Veranstaltungen wieder gemacht werden können.“

Freude über viele Besucher

„Mit so vielen Leuten hätte ich gar nicht gerechnet“, freute sich Ulrich Schlicher, der Vorsitzende des TV Kirchheimbolanden, der als Verein des Jahres die Veranstaltung ausrichtete, über etwa 220 Besucher in der Halle. Die Stimmung war jedenfalls von Beginn an gut, auch weil das Duo „Woiboyz“ musikalisch gleich mal für Schwung sorgte – und später auch noch für zwei Lacher. Als Pfeiffer das Duo vorstellte, kam auf seine Frage, was denn zu erwarten wäre, nur die trockene Antwort: „Musik“. Großes Gelächter und tosenden Applaus gab es direkt danach, als einer der Musiker auf die Frage, wie denn der Name des Duos zustande gekommen sei, einfach nur das neben ihm stehende Dubbeglas hochhielt. Großen Anklang fanden auch die Vorführungen der Judoka und Ju-Jutsuka des TV Kirchheimbolanden, die Techniken und – ganz praxisnah – die Abwehr von Angriffen demonstrierten.


„Ganz doll aufgeregt“, war Judoka Xenia Oelbauer, als sie als Talent des Jahres auf die Bühne gebeten wurde. Sie habe es nicht erwartet, geehrt zu werden, sagte die 16-Jährige vom TV Kirchheimbolanden. „Aber davon geträumt.“ Nachher war sie „einfach nur glücklich“, dass der Sportlerwahlbeirat sie als Talent des Jahres ausgewählt hat, und gab noch ihren Berufswunsch nach dem Abschluss der Schule kund: „Vielleicht zur Polizei.“

Fassungslose Siegerin

Respekt und Fairness – das demonstrierten auch die fünf Kandidatinnen zur Sportlerin des Jahres. Nachdem Leichtathletin Franziska Schmitt von den VT Rockenhausen kurz zuvor im Interview auf der Bühne angesichts ihrer Konkurrentinnen, die Erfolge bei deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften oder gar Weltmeisterschaften errungen hatten, gesagt hatte: „Ich fühle mich gerade wie die Kleine vom Dorf“, schlug sie fassungslos die Hände vorm Gesicht zusammen, als sie als Sportlerin des Jahres verkündet wurde – und wurde von allen anderen umarmt. „Das kam völlig überraschend“, meinte die 32-Jährige, die letztlich einen deutlichen Vorsprung von 92 Stimmen vor Vorjahressiegerin Lisa Schwingel (Ju Jutsu, TV Kirchheimbolanden) hatte. Insgesamt hatten sich diesmal 1330 Leserinnen und Leser an der Wahl beteiligt.


Der Sieg von Max Rahm bei den Männern kam dagegen eher weniger überraschend. Der Leichtathlet des LC Donnersberg, der im Vorjahr schon gewonnen hatte, hatte auch 2025 starke Ergebnisse, die ihm Platz 1 vor Kickboxer Dominik Popp vom TuS Landsberg Obermoschel einbrachte. Sein Vater Uwe Rahm, zugleich Vorsitzender des LC Donnersberg nahm den Preis stellvertretend für seinen Sohn, der in der Vorbereitung auf den nächsten Wettkampf ist, entgegen. Lucca Seipenbusch, der Dritter wurde, freute sich sichtlich, dass er auf der Bühne seine Sportart Discgolf näherbringen durfte und musste herzhaft lachen bei der Frage, wie viel Preisgeld er denn schon gewonnen habe, da er als Profi gilt, weil er eben schon Preisgeld erhalten hat. „Urkunden sind auch schön“, sagte der 52-jährige Kinderarzt aus Höringen mit einem Augenzwinkern. Immerhin: Für seinen 22. Platz bei der WM im Vorjahr in den USA habe er 500 Dollar bekommen. Das sei aber eher eine Ausnahme.

Der Gemeinschaftsgedanke

Als eine Ausnahme kann auch Johannes Finck bezeichnet werden, der den Handball erst in Göllheim aufgebaut hatte, dann drei Jahrzehnte der Trainer der Herrenmannschaft der HR Göllheim-Eisenberg-Asselheim-Kindenheim war. Er wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet, wobei wieder der Team- und Gemeinschaftsgedanke zum Tragen kam: „Dass ich hier stehe, ist auch das Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung“, sagte Finck. „Denn alles, was wir bei der HR erreicht haben, geht nur mit dem gesamten Team drumherum, das sich um Training, Organisation und andere Dinge kümmert.“

Organisation war auch gefragt, als die Mannschaft zur Ehrung auf die Bühne kamen. Da wurde es schon recht voll. Respekt und Fairness auch hier: Die Basketballer des TV Kirchheimbolanden und der Fastbreaks Rockenhausen sind ja durchaus Lokalrivalen. Aber auch hier fiel die gegenseitige Begrüßung freundlich aus. Und das TVK-Team applaudierte fair, als der Lokalrivale als Mannschaft des Jahres verkündet wurde. Ein Novum in der Geschichte der Sportlerwahlen: Erstmals kamen zwei Teams punktgleich auf Platz drei: der TVK und die Ü50-Tischtennisdamen der TSG Zellertal. Zweiter wurde die Mehrgenerationen-Tanzgruppe „Blaze“ aus Eisenberg, die das fast wie einen Sieg feierte.

Einhellige Meinung aller Beteiligten: Eine schöne Veranstaltung. Vielleich stellvertretend für alle sagte Philipp Würdinger, Vorstandsmitglied der Fastbreakers: „Ich finde es eine große Ehre, dass sich hier alle als Breitensportler auf so einer Bühne präsentieren können.“ Einigen hat die Ehrung Lust auf mehr gemacht: Thorsten Kulick von den Ü50-Prellballern der TSG Eisenberg, die Fünfte wurden, meinte schon: „Da müssen wir uns bei der nächsten DM anstrengen, dass wir vielleicht noch mal nominiert werden.“ Am Montag wurden nicht nur die Sieger gefeiert – der Sport feierte sich irgendwie auch selbst – als große Familie.



Text: Markus Weis RHEINPFALZ


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