HANDBALL-OBERLIGA Die SG Auerbach/Pegnitz vermisst das Harz und verliert bei der SG Helmbrechts/Münchberg klar.
Harald Weidmann
Es heißt, auf Regen folgt Sonnenschein, weshalb die SG Auerbach/Pegnitz nach den jüngsten Ergebnissen in der Handball-Oberliga Nord und der Leistung gegen den HC Erlangen III gehofft hatte, die Niederlage gegen die Mittelfranken sei nur ein kurzer Schauer und man könne mit einem guten Spiel beim Tabellenvierten SG Helmbrechts/Münchberg auf die Sonnenseite der Sieger zurückkehren.
Doch Auerbach fand sich nicht im Sonnenschein wieder, sondern kam beim 33:40 vom Regen in die Traufe. Allen war bewusst, dass man ohne Harz spielen müsste und zudem mit Kapitän Tannenberger, Kreisläufer Förster, Rückraum Neuß und Außen Podlech wichtige Ausfälle zu verkraften hatte. Kurz nach Spielbeginn fiel zudem Maxim Pankraz verletzt aus.
Selten waren die Probleme eines Teams, das die Harzkugel gewohnt ist, deutlicher zu sehen, als in dieser Partie. Nach einem guten Start, in dem die Gäste konsequent ihre Chancen verwerteten und bis zur fünften Minute dreimal vorlegten (2:3), zeigten sich schnell erste Fehler. Ungenaue Pässe und Würfe ohne Druck machten es der Heim-Defensive leicht, die blau-weißen Angriffsbemühungen zu unterbinden. Mehrmals scheiterte man kläglich an Torhüter Felix Behrens, der dafür vom Publikum zurecht gefeiert wurde. „Man muss den Ball anders greifen und hat keine Wucht beim Wurf. So erreicht der Torwart oft Bälle gerade noch, die er sonst aus dem Netz holen muss“, hatte David Klima vor einiger Zeit erklärt. Die Gastgeber nutzten die aufkommende Verunsicherung des Gegners und zogen unaufhaltsam ihre Kreise. Zudem kamen sie besser mit teils überraschenden Entscheidungen der Schiedsrichter zurecht. Dass die Gästetorhüter in der ersten Hälfte keine Hand an den Ball bekamen, tat sein Übriges. Meist beantworteten die Grün-Schwarzen ein Tor der Pegnitzer mit einem Doppel- oder gar Dreifachschlag, lagen in der 17. Minute vorentscheidend in Front (12:6) und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf 19:10 aus.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff, die Gäste hatten gerade einen Strafwurf vergeben und Jahn Attije nach einer Roten Karte verloren, sah es für das Team um Nicholas Neupert und Daniel Schalanda nach einem Debakel aus, als die Gastgeber die Anzeigentafel auf 24:11 stellten. Das Spiel war entschieden, doch auf diese Weise wollte keiner der Blau-Weißen nach Hause fahren.
„Plötzlich lief es besser, die Jungs haben nicht mehr so viel gegrübelt, sondern einfach gespielt“, sagte Schalanda. Als Trainer Christian Seiferth in der 40. Minute eine Auszeit nahm, war der Vorsprung seines Teams auf 25:18 geschrumpft.
In dieser Phase liefen sich die Hausherren mehrmals in der Abwehr des Gegners fest oder scheiterten an Torhüter John Martin. Als in der 49. Minute Tim Bäßler das 25:30 erzielte, keimte noch einmal Hoffnung auf der Gästebank auf. Letztlich aber fehlte die Kraft, das Spiel zu drehen und man reiste mit einer bitteren Niederlage nach Hause. Zumindest ein Auerbacher hatte dennoch Grund zu feiern: Nachwuchsspieler Jannis Küffner (17) kam zu seinem ersten ernsthaften Einsatz in der Oberliga und erzielte von rechtsaußen nicht nur sein erstes, sondern insgesamt drei Tore.
„Dass wir die zweite Hälfte gewonnen haben, zeigt, dass mehr drin gewesen wäre. Wichtig für die kommenden Spiele ist, dass wir Moral bewiesen haben“, fand Schalanda. Am kommenden Wochenende ist die SG spielfrei und empfängt am 21. Februar den TV Marktsteft.