HANDBALL Die SG Auerbach/Pegnitz dominiert den Aufsteiger HSC Bad Neustadt von Anfang bis Ende.
Harald Weidmann
„Mannschaftssieg!“ Ein Wort von David Klima, das den klaren 36:21 (19:12)-Sieg der SG Auerbach/Pegnitz gegen Aufsteiger HSC Bad Neustadt zwar zutreffend umschreibt, nicht aber die Überlegenheit der Gastgeber verdeutlicht. Trainer Daniel Schalanda fand ein paar erklärende Worte mehr. „Heute bin ich auf jeden Einzelnen stolz. Nach keinem Wechsel – und wir haben viel gewechselt – war ein Abfall in der Leistung des Teams als Ganzes zu erkennen. Egal wer aufs Feld kam, wir waren immer überlegen und haben das Spiel offensiv wie defensiv kontrolliert.“
Man war durchaus gewarnt, denn Bad Neustadt war und ist eine Adresse für guten Handball. Doch zeigte sich schnell, dass Namen allein nicht automatisch die gewünschten Ergebnisse bringen und dass es Zeit braucht, in der höheren Liga anzukommen. Es dauerte fünf Minuten, bis die SG den Gast analysiert hatte und erstmals keinen Ausgleich mehr zuließ. Obwohl sich die Offensive des HSC ein ums andere Mal festlief, änderte er seine Strategie kaum. Auch defensiv zeigte sich ein klarer Unterschied. Während die Pegnitzer Abwehr immer als Ganzes mit und zum Ball verschob, stand die Reihe der „Rotmilane“ meist statisch und war oft zu spät am Gegner.
Die allein gelassenen Unterfranken konnten ihre Gegner nur per Foul stoppen, was, sehr zum Unmut der Gäste-Bank, Zeitstrafen und Strafwürfe nach sich zog – Letzteres ein gefundenes Fressen für Maxim Pankraz. Mit neun Toren, davon vier Siebenmeter, war er aber nicht nur bester Werfer, sondern auch ein Paradebeispiel für die Flexibilität, mit der die SG in dieser Saison arbeiten kann. Gerade noch am Kreis, dann aus dem Rückraum und dann wieder beim Strafwurf war er für den Gegner kaum ausrechenbar.
Wertvolles Brüder-Trio
Auch Zugang Fabian Rohrbach tauchte in einem Spielzug am Kreis auf und stand kurz darauf gegenüber seinem Bruder Jonas im Rückraum. Beide hatten nicht nur defensiv, sondern auch durch fünf (Jonas) und drei (Fabian) Tore einen überzeugenden Einstand in Blau-Weiß. Jeder mag selbst ausrechnen, wie groß der Anteil des Brüder-Trios am Ergebnis war, zählt man die drei Treffer des jüngsten Rohrbachs Jan dazu. Früh zeigte sich, dass alle neuen Auerbacher wahre Verstärkungen sind. So dauerte es nur knapp elf Minuten, bis Paul Himml seinen ersten von drei Treffern erzielte. „Einfach geil!“, freute sich der Linkshänder über seinen ersten Einsatz. Defensiv zeigte er, dass er auch vor körperlich überlegenen Spielern wie Kreisläufer Pascal Mecky nicht zurückschreckt. Der vierte Neuling, Torhüter Philipp Schloß, musste zwar 50 Minuten warten, zeigte in der kurzen Zeit aber sein Talent. Eine Parade, ein gehaltener Strafwurf und fast noch den Abpraller abgewehrt bei den ersten drei Angriffen sind aller Ehren wert.
Apropos Torhüter: Max-Anton Seiffert legte mit etlichen grandiosen Paraden frühzeitig den Grundstein für den Sieg. „Speziell das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart war fast perfekt“, freute sich Klima. Nachdem man dem Aufsteiger seinen „Willkommen-in-der-Liga“-Moment bereitet hatte, richtete sich der Blick auf das nächste Spiel am 3. Oktober zuhause gegen die SG Helmbrechts/Münchberg, die ihr Auftakt-Heimspiel gegen den TV Marktsteft mit 24:31 verloren hat. „Immer ein sehr unangenehmer Gegner und vermutlich der Gradmesser für die Saison“, warnte Schalanda. „Das wird eindeutig schwerer.“ Am kommenden Wochenende ist sein Team spielfrei.