HANDBALL-OBERLIGA Die SG Auerbach/Pegnitz sichert sich mit einem 46:32 gegen Waldbüttelbrunn den Klassenerhalt.
Harald Weidmann
Aus Sicht der DJK Waldbüttelbrunn II (WaBü) war die Nachholpartie der Handball-Oberliga Nord bei der SG Auerbach/Pegnitz ein „typisches“ Saisonspiel. Die Unterfranken hielten knapp 30 Minuten mit, hatten sogar kurz eine knappe Führung inne, nahmen zur Pause einen nicht aussichtslosen Rückstand (20:23) mit in die Kabine und lagen schon fünf Minuten nach Wiederanpfiff durch einen 5:1-Zwischenspurt der Gastgeber vorentscheidend zurück. Wie häufig zuvor spielte und traf danach fast nur noch der Gegner und WaBü fuhr mit einem Ergebnis nach Hause, das einen Klassenunterschied erkennen lässt (32:46).
Für die SG dagegen war es aus mehreren Gründen kein normales Spiel. Einerseits ging es um nichts weniger als den Ligaerhalt, andererseits wollte sie der gut gefüllten Helmut-Ott-Halle beweisen, dass man die Ergebnisse der vergangenen Wochen hinter sich gelassen und aufgearbeitet hatte. Alle wollten noch einmal zeigen, was in ihnen steckt, viele bissen trotz schmerzhafter Blessuren die Zähne zusammen und trugen zum klaren Sieg und Klassenerhalt bei.
Zu guter Letzt stand nach dem Spiel die Verabschiedung mehrerer Akteure durch Spartenleiter Matthias Schnödt an. Torhüter John Niclas Martin verlässt die SG nach drei Spielzeiten und kehrt zurück zum Aufsteiger HC Sulzbach-Rosenberg. „Da ich in Sulzbach wohne, wurde mir der Aufwand mit der Zeit einfach zu viel. Aber ich werde nächste Saison zweimal wiederkommen“, sagte Martin. Während der Thüringer seine Karriere fortsetzt, verabschiedeten sich Johannes Förster und Paul Neuß vom aktiven Handball.
Beide hatten in der Vergangenheit oft mit Verletzungen zu kämpfen und haben auch berufliche Gründe für ihren Rücktritt. Dass beide bei ihrem letzten Auftritt noch einmal alles gaben, spricht für ihre Einstellung. Während Neuß im Abwehrzentrum, aber auch als bester Werfer mit neun Toren zeigte, wie wichtig eine gesunde „53“ für das Spiel der Blau-Weißen ist, krönte Kreisläufer Förster seine lange Karriere, indem er Sekunden vor Ultimo das letzte Tor der Saison erzielte.
„Besser geht es nicht“, fand Förster. „Das letzte Spiel der Saison und meiner Karriere und ich werfe das letzte Tor.“ Daniel Schalanda hatte schon vor dem Spiel auf eine besondere Eigenschaft dieser Spieler hingewiesen. „Beide stehen für puren Einsatz und wollen immer bis an die Schmerzgrenze.“ Trotz Verabschiedung ließen sich beide ein Hintertürchen offen. So kann sich Förster einzelne Einsätze bei Personalnot vorstellen, der 27-jährige Neuß bleibt dem Team als Physiotherapeut erhalten.
„Ich unterstütze die Jungs künftig neben dem Feld. Sollte mein Körper es nach einer längeren Pause erlauben, kann ich womöglich zurück aufs Parkett.“ Als Vierter wurde Trainer Nicholas Neupert verabschiedet. Nach sechs Jahren übergibt er sein Amt aus beruflichen und familiären Gründen an Schalanda. „Seine Arbeit kann nicht hoch genug geschätzt werden und sollte besondere Erwähnung finden. Seine Handballexpertise und sein Engagement für den Verein sind ein großer Baustein des Erfolgs der letzten Jahre“, sagte der neue Trainer fast gleichlautend wie zuvor Schnödt. Der beendete den offiziellen Teil mit einem Dank an die Zuschauer für die helfende Begleitung durch eine schwierige Saison und hatte noch eine abschließende Bitte ans Team: „Macht es nächste Saison nicht wieder so spannend!“