„Wieso spiele ich im Team Erdweg? Du weißt doch, wo ich wohne!“
Mit dieser Frage konfrontierte Billy Scheufler nach dem Spiel auf dem AH-Sommerfest den Sportchef der Freizeitwölfe, Sepp Pfeil. Dieser schwadronierte irgendwas von Ausgeglichenheit, Fairness und Balance. Halbwegs mit dieser Antwort zufriedengestellt, widmete sich dann unser Billy wieder den Grillspezialitäten auf seinem Teller, der frisch eingeschenkten Halbe in der Hand und sah den Sportchef fortan immer ein wenig skeptisch an.
Doch der Reihe nach! Sebastian Kreitmair hatte die Idee, diesmal keinen externen Gegner für das Spiel vor dem Fest zu suchen, sondern intern ein Spiel auszutragen. So bleibt - seine Idee - das AH-Sommerfest fest in unserer Hand, und vielleicht kommt der ein oder andere dann mehr. Wenn sich im nächsten Jahr noch mehr Erdweger anmelden, dann kann Billy Scheufler vielleicht dann doch für das Team Schwabhausen auflaufen.
Im Nachhinein konnte man feststellen, dass diese Idee rundum sehr gut angenommen wurde. Nicht weniger als 34 (!) AH-Spieler der 1. AH und der Freizeitwölfe hatten sich angemeldet. Ein neuer Allzeit-Rekord! Das von Couch Andi Hillreiner (Schlucki) betreute Team Erdweg stellte 17 AH-ler. Genauso viele wie das Team Schwabhausen, das von Christian Fintina gecoucht wurde. Team Erdweg trat in roten hautengen Erdweger Trikots an, während das Team Schwabhausen in den Trikots der Freizeitwölfe auflief.
„Ich hätte nicht gedacht, dass es neben den Freizeitwölfe-Trikots noch engere Trikots gibt. Ich habe mich getäuscht!“, meinte Andi Höchtl, als er versuchte, sich in seinem roten Trikot vorsichtig zu bewegen.
Der frühere TSV Vorsitzende Willi Jais und selbst früher ein begeisterter Freizeitwolf konnte angesichts dieser beeindruckenden Zahlen gar nicht glauben, dass es so viele AH-Spieler in der SG Schwabhausen/Erdweg/Arnbach gibt. Fast ungläubig sagte er: "Andere Vereine bringen mit Mühe und Not eine Mannschaft zusammen, und ihr habt bei einem internen AH-Spiel gleich 34 Mann auf dem Platz. Und dann spielen beide Teams auch noch richtig guten Fußball. Respekt! Echt beeindruckend!"
Von Anfang an entwickelte sich ein sehr interessantes und sehenswertes Spiel, in dem die ganz in Rot gekleideten Erdweger vor allem läuferisch ein leichtes Übergewicht hatten. Dennoch fiel schon nach zwei Minuten mit dem ersten gelungenen Angriff der Schwabhauser das 1:0. Thomas Schneider bediente Mitch Rascher, der nicht lange fackelte und Torhüter Stefan Riepl im Tor der Erdweger eiskalt bezwang. Trotz dieses Tores war dieses Spiel jederzeit ausgeglichen und absolut auf Augenhöhe. Aber vor allem ab der 20. Minute drückten die Erdweger vermehrt auf den Ausgleich. Ihnen bot sich nun Chance auf Chance. Couch Andi Hillreiner raufte sich angesichts der mangelnden Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor immer wieder die Haare. Doch es lag nicht nur an der mangelnden Entschlossenheit von Billy Scheufler und Co. vor dem gegnerischen Tor, sondern auch, und vor allem, am glänzend aufgelegten Woife Sterflinger im Tor der Schwabhauser, der nach längerer Verletzungspause das erste Mal wieder im Tor stand.
Die Schwabhauser verlegten sich notgedrungen ein bisschen auf die Cobra-Taktik – auf Fehler lauern und dann schnell zubeißen. Genauso fiel das 2:0 für die Schwabhauser durch Thomas Schneider, der ein Zuspiel von Peter Ring aufnahm und gekonnt vollendete.
Wie schon bei der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA reagierten die zahlreichen Zuschauer völlig unverständlich auf die Hydration-Breaks, und sahen schon den Beginn des AH-Sommerfestes gefährdet.
Nach der Pause neutralisierten sich beide Teams zunächst, ehe Perchtold Johannes nach Pass seines Bruders Andi, der vielumjubelte und hochverdiente Anschlusstreffer gelang.
Der derzeit verletzte Flankengott der Freizeitwölfe, Robert Gley, der nach seiner Schicht erst zur Halbzeit in Schwabhausen eintraf, meinte nach diesem Anschlusstreffer: „Seit ich da bin, habe ich noch keine einzige Offensivaktion des Teams Schwabhausen gesehen!“
Als hätten sie seine Worte gehört, erhöhten die Schwabhauser sofort den Druck und erarbeiteten sich nun Ecke um Ecke, Chance um Chance. Zweimal war nur noch der Pfosten im Weg (Tobi Böswirth, Daniel Abu Aksa). Jetzt stand den Roten aus Erdweg das Glück zur Seite. Doch trotz der leichten Feldüberlegenheit des Schwabhauser Teams in dieser Phase kamen auch die Erdweger noch zu guten Chancen. Letztendlich fiel die endgültige Entscheidung erst in der Nachspielzeit, als Thomas Schneider mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 Endstand traf. Vorausgegangen war ein feines Zuspiel von Peter Glas.
Miche Münch, der nach mehreren Jahren ein Kurzcomeback gab, versuchte sich, wie in alten Zeiten an Innen- und Außenristpässen über 30, 40 Meter ins Nirwana. Doch beinahe wäre ihm kurz vor Schluss sogar noch ein Treffer gelungen.
Ein Kurzcomeback ganz anderer Art gab auch 'Pelle' Martin Pelzer, der Quotenfranke der Freizeitwölfe. Ihn ärgerte, dass er bisher nur ein Spiel bei den Freizweitwölfen absolviert hatte, und deswegen ganz hinten im Journal im 'allgemeinen Sumpf', wie er es nannte, aufgelistet war. Mit einem weiteren Spiel wollte er sich aus diesem Sumpf befreien. Gelungen Pelle!
Statistik:
1:0 ( 2.min), Mitch Rascher, nach Zuspiel Thomas Schneider
2:0 (35.min), Thomas Schneider, nach Pass von Peter Ring
2:1 (59.min), Johannes Perchtold, nach Vorlage seines Bruders Andi
3:1 (80.min +1), Thomas Schneider, nach Zuspiel von Peter Glas
Beide Teams hätten nach dem Schlusspfiff stehende Ovationen erhalten müssen, doch die zahlreichen Zuschauer drängten sofort zur Grillstation und zum frischen Faßbier. Die verlorene Zeit der Hydration-Breaks musste ja schließlich wieder aufgeholt werden. „Scheiß Hydration-Breaks! Scheiß FIFA!“, meinte einer und rannte regelrecht zum gekühlten Faßbier.
Die Organisatoren des AH-Festes Andi Hechtl, Lars Miethe, Basti Nitz und Sepp Pfeil durften offiziell 54 aktive und passive AH-ler der SG Schwabhausen/Erdweg/Arnbach sowie ein paar Gäste begrüßen. Der wunderschöne Sommerabend war natürlich ein Segen. Sepp Göttler, der Wirt aus Rumeltshausen hatte extra seinen freien Tag für die AH-ler geopfert und schon allerlei Gegrilltes fertig, als der Schlusspfiff ertönte, und so war kein Halten mehr. Alle wollten nur noch essen und trinken.
An diesem Abend feierte Sepp Pfeil auch seinen 70. Geburtstag im Kreise seiner AH-Kollegen. Basti Nitz, Andi Hechtl und Lars Miethe überreichten ihm ein selbstkreiertes Löwentrikot auf dem fast alle unterschrieben hatten. Erst kurz vor Mitternacht verließen die letzten Gäste das Fest.
Die Verantwortlichen der SG Schwabhausen/Erdweg/Arnbach bedanken sich sehr herzlich bei den Organistoren Andi Hechtl, Lars Miethe, Basti Nitz bzw. Sepp Pfeil, allen Helfern, Salatspendern, Sponsoren (Sepp Pfeil und Lars Miethe) und allen Teilnehmern für ihren Beitrag zu diesem absolut gelungenen AH-Sommerfest 2026.
TSV Schwabhausen 1929 e.V. (Fußball), 85247 Schwabhausen